Nordbiene behauptet es gäbe keine resistenten Völker in Europa, wir zeigen dass das nicht stimmt

guten Abend,

das hat gerade unser Kollege K. gepostet:

K. hat geschrieben:
Grüß Euch,
da gibt es seit 23.11.18, ein Video auf Youtube(Varroa: warum es keine Varroatoleranz geben wird – imkerforum.de), da behauptet doch in Minute 5,00, dass es auch bei „ResistantBees“ keinen Nachweis auf Erfolg gibt. :nachdenk:Ich konnte nicht anders und habe nachstehendes darauf, ohne Aussicht auf Erfolg, geantwortet. Egal, mein Blutdruck ist wenigstens wieder am sinken. :doll:
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K H
vor 19 Minuten
Hallo Kai, ja deine Imkerwelt ist eine Scheibe. Genau da stehst du mit deiner Meinung ohne zu sehen, dass viele Imker/innen schon Jahrelang behandlungsfreie Völker, auch in Deutschland, führen und es werden immer mehr. Alleine die Tatsache das man Mittelwandpressen schon lange auch mit Zellmaß 4,9mm bekommt, sollte doch zu denken geben.
Leider wurde aus Gier die Bienen größer gezüchtet. Zellmaß unserer Bienen = 5,4mm! Ab Zellmaß 4,9mm und Wabenabstand von 8mm(33mm) schlüpfen auch Carnica und allen anderen deiner Rassen um einen Tag früher und Leben länger. https://resistantbees.com/blog/?page_id=3518 Bitte, bitte informiere dich in diesem Forum, portal.php ,da findest du alles wie man es ändern kann/könnte. Alleine wenn du die Waben nach dem „Y“-lon ausrichtest ersparst deinen Bienen viel Stress und die Schwarmtendenz wird erheblich reduzieren. Wenn die Brutzellen der Arbeiterinnen (5,4mm) so groß sind, wie bei der Cerana die Drohnenbrut, ist es nicht verwunderlich, dass die Varroa in unseren Völkern ein Eldorado vorfinden. Mit der Hoffnung, dass du noch lernbereit bist, Karl
Und die Welt ist doch eine Scheibe. 🙂
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Link:
https://www.youtube.com/watch?v=CSZOW172ZL4&t=321s
Schönen Tag, K.

Ganz klar, dass dein Kommentar unterdrückt wird von Kai Michael Engfer, denn ich wurde vor längerem auch aus dem Forum Nordbiene rausgeschmissen, meine Kommentare wurden unterdrückt, obwohl ich mit einer reinrassigen dunklen Biene arbeite, was es wohl sonst nirgends mehr in Europa gibt. Und bei nordbiene.de geht es ausschliesslich um die dunkle Biene in Europa.

Nun zu dem was Kai Michael Engfer von sich gibt in dem Video.
Er vergleicht die apis cerana mit der dunklen Biene in Bezug auf die Varroaresistenz .

Herr Engfer führt an, dass die Brutdauer der apis cerana nur 19 Tage beträgt und sagt dass diese Brutdauer für die Varroa deutlich zu kurz ist.
Nun übersieht er aber dass das von der Zellgröße abhängig ist. Apis cerana lebt auf ziemlich kleinen Zellen und unsere Erfahrung mit kleinzelligen Bienen zeigt, dass dort auch die Brutdauer wesentlich verkürzt ist:
http://www.resistantbees.com/zelle.html#map

Michael Bushs Erfahrungen dazu:
http://www.bushfarms.com/beesnaturalcell.htm

Michael Bush hat geschrieben:
Beobachtungen von Michael Bush
Zeit bis zum Verdeckeln und verdeckelte Brutzeit und die Varroa
– 8 Stunden kürzere Zeit bis zum verdeckeln halbiert die Anzahl der Varroen die eine Brutzelle infizieren.
– 8 Stunden kürzere verdeckelte Zeit der Zellen halbiert die Anzahl der VarroanachkommenBushs Beobachtungen zum Verdeckeln und Schlupf bei 4,95mm Waben.
Ich habe bei kommerziell erhältlichen Carnicabienen und auch italienischen Bienen eine um 24h kürzere Zeit bis zum verdeckeln und eine um 24h kürzere verdeckelte Zeit der Brutzellen, beobachten können. Das war mit 4,95mm Zellengröße in einem Beobachtungsstock.Bushs Beobachtung auf 4,95mm Zellengröße
– verdeckelt 8 Tage nach Eiablage – geschlüpft 19 Tage nach Eiablage

 

Also genau die 19 Tage die Herr Engfer erwähnt im Video.

Dann führt Herr Engfer an dass das Ausräumverhalten der apis cerana aussergewöhnlich ausgeprägt ist und bei unserer europäischen Biene nicht. Er berichtet davon dass versucht wird das den Bienen anzuzüchten.

https://www.youtube.com/watch?v=CSZOW172ZL4&t=3m32s

Aber wir sahen dass unsere kleinzelligen Bienen plötzlich sehr vermehrt dieses Ausräumverhalten zeigten:
http://www.resistantbees.com/hyg.html
Also warum erzüchten wenn es durch die kleinere Zellgröße automatisch entsteht?

Dann führt Herr Engfer an, dass kein einziger Fall von Resistenz nachgewiesen ist in Europa und bezieht sich auch auf uns, nämlich ResistantBees.com
https://www.youtube.com/watch?v=CSZOW172ZL4&t=4m50s

Ich führe seit 15 Jahren meine zwischen 150 und 300 kleinzelligen Völker ohne jegliche Behandlung.
https://resistantbees.com/blog/

Hans Otto Johnsen, auch Profiimker in Norwegen, führt seine 650 kleinzelligen Völker seit 15 Jahren ohne Behandlungen:
https://resistantbees.com/blog/?page_id=1935

Olle Ohlson aus Finnland hat mit seinen 130 kleinzelligen Völkern enorme Erfolg ohne Behandlungen:
http://elgon.es/ohlsson.html
Dieses Video von Olle ist sehr interessant:
https://www.youtube.com/watch?v=wKw3ETvSXXM

Ein Kollege aus unserem Arbeitskreis hat etwas ganz ähnliches bei einem kleinzelligen Bienenstock beobachtet. Er hat es geschafft, ein sehr wichtiges Verhalten seiner kleinzelligen Bienen zu filmen. Sie erkennen die Gefahr, die die Varroen darstellen, nehmen sie auf, beißen sie und tragen sie dann weg:
https://resistantbees.com/blog/?page_id=3123

Unser Arbeitskreis hier hat einige Erfolge aufzuweisen.
Ein Kollege aus Niederbayern, der seit einigen Jahren seine kleinzelligen Bienen behandlungsfrei führt, schrieb mir gerade folgendes:

Ich habe 19 kleinzellige Völker in den Winter geschickt alle auf einer Zarge und mit viel eigenem Honig, die zweizargig überwinterten Völker waren letztes Jahr durchweg schlechter als die Völker die eng auf einer Zarge gesessen sind.
Herbstverlusste gibt es bislang keine 🙂

 

Ähnliche Erfolge gibt es einige bei uns und auch in Spanien.
Mein Nachbar, der all die 15 Jahre mit mir zusammen die Umstellung zu kleinen Bienen gemacht hat, hat seine kleinzelligen Völker der reinrassigen, dunklen, kanarischen Biene
an den selben Standplätzen wie ich und hat noch nie behandelt.

Dann möchte ich unseren Vorreiter Benjamin aus Asturien erwähnen. Er hat sehr reinrassige Bienen gefunden aus seiner Gegend und führt sein kleinzelligen Völker seit einigen Jahren ohne jeglichen Behandlungen. Das sind Benjamins handwerkliche Künste:
http://archiv.resistantbees.com/neue-gu … n-benjamin

Ein anderer Kollege aus Nordspanien, Paco, berichte von 6 Jahren seiner kleinzelligen Bienen komplett ohne Behandlungen:
https://resistantbees.com/foro/viewtopi … 4490#p4490

Und so könnte ich diese Liste noch um einiges verlängern.

Wie kommt also Herr Engfer dazu zu sagen, dass es keinen einzigen nachgewiesenen Resistenzfall in Europa gibt.
Ist das Ignoranz, will er es nicht sehen oder kann er es nicht?

Bitte versucht, dass ihr dies dem Herrn Engfer zugänglich macht, denn er löscht gewöhnlich derartige Kommentare automatisch und wir können das was er sagt nicht so stehen lassen, denn es ist unwahr!

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2 Antworten auf Nordbiene behauptet es gäbe keine resistenten Völker in Europa, wir zeigen dass das nicht stimmt

  1. Christoph Johann Schmeller sagt:

    Liebe Bienenschützer!
    Seit fünf Jahren stelle ich auf das kleine Zellenmaß um. Dies ist ein Prozess, der nicht auf die Schnelle erzwungen werden kann. Meinen knapp 50 Völkern geht es gut. Bei der Völkerführung setze ich auf Altköniginnenableger im Frühjahr, Brutling-Flugling im Sommer und Milchsäure im Winter.
    In diesem Jahr konnte mir erstmals ein Volk Zandermittelwände in 4,9 mm perfekt bauen. Dieses Volk hat 50 Mittelwände geliefert, mit denen ich die Fluglinge gebildet habe.
    In Ihrem Bericht las ich von einem Kleinzellenimker in Niederbayern. Ein Gedankenaustausch wäre sehr schön. Vielleicht können Sie mir diesen Kontakt vermitteln.

    C. J. Schmeller

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